Zukunft baut man nicht auf Fantasie!
Die perfekte Businessidee wird heute behandelt wie ein seltenes Tier im urbanen Zoo.
Alle reden ehrfürchtig darüber, kaum jemand hat es je in freier Wildbahn gesehen, und wenn doch, dann meist nur auf einer PowerPoint Folie mit dramatischem Sonnenuntergang. In der Gegenwart gleicht die Ideensuche einem Speed Dating unter Kapitaldruck.
Man will Liebe auf den ersten Blick, Skalierung ab dem zweiten Date und einen Exit, bevor man sich an den Namen erinnert. Die Idee soll disruptiv sein, aber bitte ohne Risiko. Innovativ, aber vertraut.
Revolutionär, aber Excel kompatibel. So entsteht das Einhorn stat Bison auf Speed, nervös, überzüchtet, mit Herzrasen und einer Burn Rate wie ein Hochofen.
Die perfekte Businessidee ist ein Einhorn auf Speed, und du jagst es barfuß…
Manchmal frage ich mich, ob all die ambitionierten Gründer*innen da draußen irgendwann kollektiv beschlossen haben, sich von Instagram-Quotes und LinkedIn-Weisheiten den Verstand vernebeln zu lassen. „Finde deine Passion und mach sie zum Beruf!“ sagen sie. Klingt toll.
Funktioniert ungefähr so zuverlässig wie eine öffentliche WLAN-Verbindung im Zug.
Wovon reden wir hier eigentlich?
Denn die Wahrheit ist: die perfekte Businessidee existiert ungefähr so oft wie ein ehrlicher Lebenslauf. Und wenn sie irgendwo auftaucht, dann hat sie entweder Jeff Bezos schon patentiert, Elon Musk ins All geschossen oder sie liegt als überteuertes Coaching-Programm in irgendeiner Werbeanzeige und wird dir mit den Worten „Nur für kurze Zeit, dein Weg in die finanzielle Freiheit“ verkauft.



